Laut Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sind alle im vergangenen Jahr nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge mittlerweile registriert worden. Sie seien mit Fingerabdrücken, Foto und Personendaten erfasst und polizeilich überprüft worden, sagte die Leiterin des operativen Bereichs im Bamf, Katja Wilken-Klein, im Morgenmagazin des ZDF. "Das gibt grundsätzlich Sicherheit, zu sehen, wer ist im Land." 

Die schleppende Erfassung der Menschen hatte kontinuierlich für Kritik am Bamf und der Bundesregierung gesorgt. Immer wieder war die Sorge geäußert worden, dass so unbemerkt auch Terroristen ins Land gekommen sein könnten. So hatte sich nach den Anschlägen in Ansbach und Würzburg zuletzt etwa Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) geäußert.

Innerhalb der nächsten acht Wochen will das Bamf nun zudem die letzten Asylanträge entgegen genommen haben. Mitte Juli waren nach Angaben der Nürnberger Behörde etwa 150.000 Menschen in Deutschland, die noch keinen Asylantrag stellen konnten. Bis Ende des Jahres werde man den "weit überwiegenden Teil" der knapp 496.000 bisher noch nicht entschiedenen Asylverfahren abgearbeitet haben, sagte Wilken-Klein. Dies hatte auch Behördenchef Frank-Jürgen Weise bereits mehrfach angekündigt. 

Im vergangenen Jahr waren knapp 1,1 Millionen Flüchtlinge in Deutschland neu erfasst worden. Dabei gab es jedoch Doppelregistrierungen, viele Menschen reisten anschließend in andere Länder weiter. Im Februar 2016 wurde dann das sogenannte Integrierte Identitätsmanagement mit "Ankunftsnachweis" eingeführt. Inzwischen werden alle neu ankommenden Asylbewerber bei ihrem ersten Kontakt mit deutschen Behörden registriert.