Joschka Fischer hätte gern früher die Bedeutung von Recht und Rechtsstaat erkannt. "Ich glaube, der entscheidende Punkt ist die Bedeutung des Rechts und damit auch des Rechtsstaates", sagte er im Interview mit dem ZEITmagazin. "Hätten wir die erkannt, es hätte uns 1968 vor vielen Fehlern bewahrt." Letztlich sei das Verfahren, "also der Weg, wie man das Gute anstrebt, mindestens so wichtig wie das Ziel des Guten selbst".

Der Grünen-Politiker war von 1998 bis 2005 deutscher Außenminister. In der 68er-Bewegung hatte er sich militanten Gruppen angeschlossen, die auch zu Gewalt griffen. Das ZEITmagazin fragte Fischer wie auch zahlreiche andere Prominente, was sie gerne schon in ihrer Jugend gewusst hätten, aber erst heute wissen.

Auf die Frage, was er seinen eigenen Kindern mitgegeben hat, antwortet der ehemalige Außenminister: "Mein Sohn kam eines Tages zu mir und sagte, er wolle Französisch aufgeben. Damals war bereits klar, dass er eine große Leidenschaft fürs Kochen hat. Ich habe zu ihm gesagt, okay, du musst kein Abitur machen in Französisch, aber wähle es nicht ab." Sein Sohn habe dann eine Kochlehre gemacht und die Sprache sehr gut gebrauchen können.