In Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin ist es nach dem Tod eines 23-jährigen Mannes zu schweren Krawallen gekommen. Nach Angaben des Vizepolizeichefs der Stadt, James Harpole, haben sich in der Nacht zu Sonntag 200 Demonstranten versammelt. Einige von ihnen bewarfen die eintreffende Polizei mit Steinen. Die Zeitung Sentinel berichtete, Randalierer hätten zudem Geschäfte in Brand gesetzt. Eine Menschenmenge habe außerdem die Scheiben eines Streifenwagens zerstört und ein weiteres Polizeifahrzeug angezündet, hieß es in dem Einsatzbericht der Polizei.

Die New York Times berichtet, Randalierer hätten auch eine Tankstelle in Sherman Park angezündet. Als die Feuerwehr versuchte, den Brand zu löschen, seien die Einsatzkräfte mit Schüssen davon abgehalten worden. Erst gegen Mitternacht habe die Feuerwehr eingreifen und die Flammen unter Kontrolle bringen können.

Laut Milwaukees Bürgermeister Tom Barrett ist ein Polizist mit einem Stein getroffen und verletzt worden. Die Einsatzkräfte hätten nach den Krawallen drei Menschen festgenommen. Barrett rief Eltern dazu auf, ihre Kinder nicht in die Stadt zu lassen. Der Bürgermeister von Milwaukee forderte von der Bevölkerung Ruhe. "Unsere Polizeibeamten tun gerade alles, was sie können, um die Ordnung wiederherzustellen", sagte er.

Den Krawallen vorausgegangen war ein Einsatz, bei dem zwei Polizisten einen Wagen mit zwei Verdächtigen stoppten. Die Verdächtigen seien daraufhin geflohen, teilte die Polizei mit. "Bei der Verfolgung zu Fuß hat ein Beamter auf einen mit einer halbautomatischen Handfeuerwaffe bewaffneten Verdächtigen geschossen", hieß es weiter. Der Mann sei noch vor Ort seinen Verletzungen erlegen. Bei ihm handelte es sich um einen 23-Jährigen mit einem "langen Vorstrafenregister". Die von ihm genutzte Waffe sei bei einem Einbruch im März zusammen mit rund 500 Schuss Munition gestohlen worden. Den Namen des erschossenen Mannes veröffentlichte die Polizei nicht.

In den vergangenen Monaten hatte es in den USA nach mehreren Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Afroamerikaner Proteste gegeben. Anfang Juli erschoss ein Schwarzer in Dallas fünf weiße Polizisten aus dem Hinterhalt. Als Motiv soll er Hass auf weiße Polizisten angegeben haben. In der Stadt Baton Rouge tötete wenig später ein Heckenschütze drei Polizisten.