Das Oberlandesgericht München hat zwei führende frühere Geheimdienstagenten aus dem ehemaligen Jugoslawien wegen Mordes zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Die beiden Kroaten seien mitschuldig am gewaltsamen Tod des Regimegegners Stjepan Đureković im Jahr 1983 im oberbayerischen Wolfratshausen, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Dauster.

Mit dem Urteil gegen den 74-jährigen pensionierten Geheimdienstchef Zdravko Mustač und dessen 71-jährigen einstigen Mitarbeiter Josip Perković folgte das Gericht dem Antrag der Bundesanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freisprüche gefordert. Kroatien hatte die beiden Männer erst im Januar 2014 nach dem EU-Beitritt auf Druck von Deutschland ausgeliefert. 

Zuvor hatte Deutschland nach Mustač und Perković mit internationalem Haftbefehl gefahndet. Der Streit belastete die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Kroatien hatte drei Tage vor dem Beitritt zur EU ein Gesetz formuliert, das den ehemaligen Geheimdienstchef vor Auslieferung schützen sollte. Die Länder der EU haben sich aber untereinander zu Auslieferungen verpflichtet, wenn ein Beschuldigter mit europäischem Haftbefehl gesucht wird.

Das Gesetz war schließlich nach scharfem Protest und Sanktionsdrohungen im Oktober 2013 zurückgenommen worden. Daraufhin war die Auslieferung der beiden erfolgt.