In der Kleinstadt Parchim in Mecklenburg-Vorpommern haben Unbekannte den Eingang eines Vereinsheims zugemauert, das als Moschee genutzt wird. Die Mauer beklebten die Täter mit Blättern, auf denen fremdenfeindliche Parolen zu lesen waren. Ein Foto der Aktion wurde auf Facebook gepostet.

Einer Sprecherin zufolge hatten Vereinsmitglieder die bereits in der Nacht zum vergangenen Freitag errichtete Mauer selbst wieder eingerissen und erst anschließend die Polizei verständigt. Die Beamten fanden Gasbetonsteine mit Kleber sowie Papierreste mit erkennbarer Beschriftung vor.

Hinweise auf die Täter gibt es laut Angaben der Polizei bisher nicht. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter aus dem rechtsradikalen Lager kommen. Ermittelt wird auch wegen Sachbeschädigung.

Es ist nicht das erste Mal, das Rechtsextremisten symbolische Orte zumauern. Im März hatten Unbekannte in Halle den Eingang zu einem improvisierten Wahllokal versperrt, in dem Migranten vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt symbolisch ihre Stimme abgeben sollten. Zu der Aktion bekannte sich die Jugendgruppe der rechtsextremen Identitären Bewegung. "Die Deutschen sollen als Souverän ausgetauscht werden, das politische Establishment importiert sich ein neues Wahlvolk", hieß es in einem Bekenntnis der Gruppe.

Im Mecklenburg-Vorpommern wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen erreichte die regierende SPD zuletzt 27 Prozent, gefolgt von der CDU (22 Prozent) und der AfD (21 Prozent).