Trotz stark zurückgegangener Flüchtlingszahlen in Deutschland sind Asylunterkünfte weiterhin Ziel rechter Angriffe. Im laufenden Jahr seien bisher bundesweit 665 Straftaten gezählt worden, die sich gegen Asylunterkünfte richteten, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mit. In 613 Fällen seien rechtsmotivierte Täter für die Übergriffe verantwortlich gewesen.

Die Behörde geht von 118 Gewaltdelikten aus, die die Unterkünfte trafen, darunter 55 Brandstiftungen, neun Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz und vier Fälle von Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. In 262 Fällen wurden Sachbeschädigungen begangen, in 148 Propagandadelikte wie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Im gesamten Jahr 2015 seien 1.031 Delikte registriert worden, fünfmal mehr als im Jahr zuvor. Die jetzt mitgeteilten Zahlen bilden den Stand bis 1. August 2016 ab.

Ende Juni hatte BKA-Chef Holger Münch berichtet, der Anstieg der Zahlen sei zuletzt zwar etwas abgeflacht, Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht. Insgesamt gebe es ein "bedrohliches Ausmaß an rechter Gewalt". Bereits im vergangenen Jahr war ein Anstieg rechter Straftaten um 35 Prozent auf insgesamt fast 23.000 Delikte registriert worden. Besorgniserregend ist vor allem der Anstieg rechter Gewalttaten, die einen traurigen Rekordwert erreichten. Die Zahl stieg um mehr als 44 Prozent auf 1.485 Fälle. 

Ermittelte Täter und ihre politische Gesinnung

Angriffe auf Flüchtlingsheime im Jahr 2015

  1. 1 Alle Angriffe 2015
  2. 2 Fälle in denen Tatverdächtige ermittelt wurden
  3. 3 Klarer extrem rechter Täterhintergrund
  4. 4 Keine rechte Motivation erkennbar