Nach der Bombenserie in Thailand mit mindestens vier Toten hat die thailändische Polizei einen Terrorakt ausgeschlossen. "Das ist nur örtliche Sabotage, die sich auf begrenzte Gebiete und Provinzen beschränkt", sagte ein Sprecher der nationalen Polizei. Thailands Polizeichef Chakthip Chaijina sagte, er sehe eine Verbindung mit dem von der Militärregierung unterstützten Verfassungsreferendum von vergangener Woche. Die Polizei habe Informationen über bevorstehende Anschläge im Süden Thailands gehabt, jedoch nicht darüber, wo sie stattfinden sollten.

Am Donnerstag und Freitag explodierten mindestens elf Bomben in insgesamt fünf Provinzen im Süden des Landes. Vier Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Mehrere Ausländer sind unter den Verletzten, darunter drei Deutsche. "Die deutsche Botschaft steht mit ihnen im Kontakt", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Noch sei zwar unklar, welche Gruppe hinter den Anschlägen stecke, sagte Pingmuang von der Polizei. Er wies jedoch Spekulationen zurück, wonach muslimische Rebellen verantwortlich sein könnten. Zuvor hatte der Armeegeneral Danai Kritmethavee vor Journalisten gesagt: "Die Bombenattentate tragen dieselbe Handschrift. Wir gehen zurzeit davon aus, dass es sich um eine koordinierte Attacke handelt."

Die Anschläge ereigneten sich binnen 24 Stunden im Badeort Hua Hin, auf der Urlaubsinsel Phuket sowie im äußersten Süden des Landes. Die Polizei wies ihre Sicherheitskräfte im ganzen Land an, die Sicherheit rund um wichtige Regierungsgebäude und Plätze, vor allem Busbahnhöfe, Bahnhöfe, Flughäfen, Touristenattraktionen, Restaurants und Vergnügungsviertel zu verstärken. Örtliche Medien berichteten von mehreren Feuern in südlichen Provinzen. Es war jedoch nicht sofort klar, ob die Brände in Zusammenhang mit den Bombenexplosionen standen.

Auswärtiges Amt rät zu äußerster Vorsicht

Die Anschläge sind ein schwerer Rückschlag für den Tourismus, der rund zehn Prozent zur Wirtschaftsleistung beiträgt. In diesem Jahr rechnet Thailand mit einem Rekord von 32 Millionen Besuchern. 

Das Auswärtige Amt erklärte, weitere Anschläge könnten nicht ausgeschlossen werden. Es riet daher zu "äußerster Vorsicht" und empfahl Reisenden, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen zu meiden.

Neue Verfassung stärkt Militär

Am Freitag wird in Thailand der 84. Geburtstag von Königin Sirikit gefeiert. Am vergangenen Wochenende stimmten die Thailänder in einem umstrittenen Referendum für eine von der Junta unterstützte neue Verfassung. Sie wurde in weiten Teilen des Landes angenommen, nicht jedoch in den drei muslimischen Provinzen. Das umstrittene Regelwerk sieht Wahlen im kommenden Jahr vor, sichert dem Militär aber auch Einfluss auf künftige Regierungen. So soll ein von der Junta ernannter Senat mit Militärkommandanten gewählte Parlamentarier kontrollieren.

Die Militärjunta, die 2014 die Macht ergriffen hatte, beansprucht für sich, das Königreich wieder zu Stabilität und Ordnung geführt zu haben. Allerdings ist es auch dem Militär nicht gelungen, den seit Jahren im äußersten Süden des Landes schwelenden Aufstand muslimischer Rebellen in den Griff zu bekommen. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 6.500 Menschen getötet.