Eine nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei festgenommene Deutsche ist wieder frei. Die Frau sei aus der Haft entlassen worden, teilte das Auswärtige Amt mit und bestätigte damit entsprechende Informationen des Spiegel. Der 48-Jährigen mit türkischen Wurzeln soll dem Bericht zufolge eine Mitgliedschaft in der Gülen-Bewegung vorgeworfen worden sein. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich und lässt deshalb mögliche Unterstützer festnehmen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts hatte die Deutsche Botschaft in Ankara nach der Festnahme vor zwei Wochen Kontakt mit den türkischen Behörden aufgenommen. Auch Staatssekretär Markus Ederer habe das Thema bei seinem Türkeibesuch Anfang der Woche angesprochen. Nun heißt es in einer Erklärung, "das Auswärtige Amt begrüßt die Freilassung und setzt sich weiter dafür ein, dass bei der Aufarbeitung des Putschversuchs rechtsstaatliche Prinzipien gewahrt werden".

Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung lebte die Familie der 48-Jährigen lange in Südwestdeutschland, sowohl die erwachsenen, als auch ein minderjähriges Kind wurden dort geboren. Die gesamte Familie soll demnach seit etwa 15 Jahren ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Eine 25-jährige Tochter, die in Deutschland lebt und studiert, sei bei einem Besuch in der Türkei kurzzeitig festgehalten und befragt worden. Sie dürfe die Türkei vorerst nicht mehr verlassen und müsse sich mehrmals in der Woche bei der Polizei melden.