An der Zufahrtsstraße zum Hafen von Calais soll nach britischen Angaben noch im September mit dem Bau einer vier Meter hohen Mauer begonnen werden. Damit sollen Migranten von der Flucht nach Großbritannien abgehalten werden.

"Wir haben die Zäune gemacht, und jetzt bauen wir die Mauer", sagte der britische Migrationsminister Robert Goodwill bei einer Sitzung des Innenausschusses im britischen Parlament. Im Rahmen des mit Frankreich vereinbarten Sicherheitspakets habe man bereits gemeinsam einen Zaun errichtet, der Flüchtlinge abhalten soll, auf Lastwagen mit Ziel Großbritannien zu klettern, sagte er weiter.

Der Bau der Mauer sei bereits im März vereinbart worden, teilte das britische Innenministerium mit. Nach Angaben eines französischen Behördenvertreters soll er bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Pläne vom Juli zeigen, dass die einen Kilometer lange und vier Meter hohe Mauer an beiden Seiten der Straße aus glatten Betonwänden bestehen soll, um das Überklettern zu erschweren. Etwa 2,4 Millionen Euro soll die Mauer kosten.

Kritik an dem Vorhaben kam vom britischen Logistikverband Road Haulage Association. Eine Sprecherin bezeichnete die Pläne der Daily Mail zufolge als "skandalöse Geldverschwendung". Das Problem verlagere sich lediglich entlang der Straße.

In Calais befindet sich ein wildes Flüchtlingslager, in dem Schätzungen zufolge bis zu 9.000 Migranten leben. Es kommt immer wieder zu Protesten gegen das Camp, das "Der Dschungel" genannt wird. Bewohner von Calais machen die Flüchtlinge für die gestiegene Kriminalität und die schlechte Wirtschaftslage der Stadt verantwortlich.

Erst am Montag hatten Landwirte und Lkw-Fahrer die Autobahn in Calais blockiert, um ihrer Forderung nach einem konkreten Termin für die von der Regierung schon mehrfach angekündigte Räumung des "Dschungels" Nachdruck zu verleihen. Ende vergangener Woche hatte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve erneut angekündigt, das Lager zu schließen. Einen präzisen Zeitplan nannte er aber nicht.