Die inhaftierte WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning hat ihren fünftägigen Hungerstreik beendet, nachdem ihr das US-Militär bei einer ihrer Forderungen entgegengekommen ist. Es habe zugesagt, Manning als Transgender einen operativen Eingriff zur Geschlechtsumwandlung zu ermöglichen, sagte ihr Anwalt Chase Strangio mehreren US-Medien. Ein konkreter Zeitrahmen dafür sei nicht festgelegt worden.

Manning äußerte sich via Twitter und schrieb, sie sei unendlich erleichtert, dass die Armee endlich das Richtige tue. Sie könne nun die Person sein, die sie sein wolle.

Vergangene Woche war Manning aus Protest gegen die Haftumstände und die Verweigerung von Medikamenten, die sie als Transgender benötige, in den Hungerstreik getreten. Sie werde keine Nahrung zu sich nehmen, bis sie "ein Minimum an Würde, Respekt und Menschlichkeit" erfahre und die "konstante, bewusste und übereifrige Überprüfung durch das Gefängnis- und Militärpersonal" ende, hieß es in einer Stellungnahme.

Chelsea Manning hatte als Soldat Bradley Manning im Irak gedient und der Enthüllungsplattform WikiLeaks Hunderttausende geheime Militärdokumente zugespielt. Die daraufhin verhängte 35-jährige Haftstrafe wegen Spionage und Verrats sitzt Manning im US-Militärgefängnis in Fort Leavenworth ab, in dem ausschließlich Männer inhaftiert sind. Im Juli beging sie einen Suizidversuch.

Mannings Anwalt Strangio sprach laut CNN nach der Operationszusage des Militärs von einem "monumentalen Tag für Chelsea". Sie bekomme nun endlich die Hilfe, die Transgender-Häftlingen sonst systematisch verwehrt werde, "einfach nur, weil sie Transgender sind".

Laut der Bürgerrechtsgruppe Aclu, die Manning juristisch vertritt, hat in den USA nie zuvor ein Häftling eine geschlechtsangleichende Operation erhalten. Erst im Juni hatte das Verteidigungsministerium angekündigt, Transsexuelle zum militärischen Dienst zuzulassen und falls nötig auch medizinische Behandlungskosten zu übernehmen. Es blieb aber unklar, ob dies auch für Häftlinge in Militärgefängnissen gilt.