Eine neue ausländerfeindliche Partei in Dänemark hat in der Nähe eines Asylzentrums Haarspray an Frauen verteilt. Die Frauen sollen sich nach Angaben der Danskernes Parti ("Partei der Dänen") mit dem "Asylspray" gegen Flüchtlinge schützen. Die Mitglieder der Partei haben demnach Dosen an 130 Dänen gegeben. Das Haarspray sei "eine legale Alternative zu Pfefferspray, die die Sicherheit für Dänen erhöhen soll".

Die Aktion löste Entsetzen sowohl bei anderen dänischen Parteien als auch bei der Bevölkerung aus. Eine junge Frau begann zu weinen, als sie von der Zeitung JydskeVestkysten interviewt wurde. "Das ist doch ein Witz", sagte sie. "Ich finde, das ist einfach nicht okay." Auf Facebook kommentierte ein Nutzer einen Beitrag der rechten Partei: "Kann ich nicht auch so eins bekommen, falls ich mich unsicher fühle? Denn das tue ich, wenn ich jemanden aus eurer Partei treffe."

Auf kreative Weise protestierten die bekannten Youtuber Adam & Noah. Sie verteilten "Mitmenschlichkeitsspray" und Umarmungen auf den Straßen der Hauptstadt Kopenhagen.

Die Danskernes Parti sammelt derzeit Unterschriften, um bei der nächsten Wahl zum dänischen Parlament antreten zu können. Dazu sind in Dänemark 20.000 Wählererklärungen nötig.

Grenzkontrollen verlängert

Unterdessen hat die Regierung Dänemarks angekündigt, dass die Grenzkontrollen über den 12. November hinaus verlängert werden sollen. "Es zeichnet sich für mich ab, dass wir die internen Grenzkontrollen verlängern müssen, aber das geschieht in Verhandlungen und im Dialog mit anderen europäischen Ländern", sagte der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen. Dänemark hatte im Januar zeitweise Grenzkontrollen eingeführt, die dann im Juni bis November verlängert wurden.

Dänemark und Deutschland gehören wie die meisten EU-Länder sowie Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein dem Schengenraum an. Es gilt im Grundsatz der freie Personenverkehr ohne Kontrollen an den Grenzen zwischen den Mitgliedsländern. Interne Grenzkontrollen zwischen Schengenländern sind in besonderen Situationen aber erlaubt und waren von der EU-Kommission auch genehmigt worden.

In den vergangenen Monaten war Dänemark wegen seiner Flüchtlingspolitik häufiger in den Medien. Dabei ging es meist um Verschärfungen des Asylrechts. So hatte die dänische Regierung Ende August ein Reformpaket angekündigt, das dänische Beamte dazu ermächtigen soll, Asylbewerber in Krisensituationen an der Grenze abzuweisen. Auch sollen die Bedingungen für die unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis verschärft und stärkere Kontrollen in Asylzentren durchgeführt werden. Die Aufnahme der 1.500 Quotenflüchtlinge, zu der Dänemark innerhalb von drei Jahren verpflichtet ist, lehnt die Regierung ab.

Aufsehen erregte zudem das im Februar in Kraft getretene und hoch umstrittene Schmuckgesetz, durch das die Polizei Asylbewerbern Bargeld und Schmuck im Wert von mehr als 10.000 Kronen zur Finanzierung des Aufenthalts abnehmen kann. Und ein dänisches Gymnasium machte Anfang September Schlagzeilen, weil es seine Klasse nach ethnischer Herkunft der Schüler zusammensetzt, also Klassen gebildet hat, in denen ausschließlich Kinder mit Migrationshintergrund sitzen. Dadurch will die Schule laut Medienberichten verhindern, dass Schüler ohne Migrationshintergrund an andere Gymnasien abwandern. Der Kommentar einer Sprecherin des Instituts für Menschenrechte im dänischen Fernsehen: "Wenn das Kriterium Ethnizität ist, dann könnte es genauso gut einfach die Hautfarbe sein, und dann ist es rassistisch."