Zwei Jahre nach dem Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine mit 298 Toten sind Ermittler überzeugt, dass die Boeing 777 von einer Rakete abgeschossen wurde, die aus Russland in die Ukraine transportiert worden war. Das gab die internationale Untersuchungskommission als Ergebnis ihrer strafrechtlichen Ermittlungen in den Niederlanden bekannt.

Die Ermittler stützen sich auf die Auswertung von Satellitenbildern und Informationen der Geheimdienste. Es hieß, mitgeschnittene Kommunikation und Radardaten hätten unter anderem ergeben, dass eine mobile Buk-Rakete im Juli 2014 in die Ostukraine gebracht, von dort abgefeuert und der Raketenwerfer anschließend sofort zurück nach Russland gebracht wurde.

Das Untersuchungsteam identifizierte etwa 100 Menschen, die an dem Transport des Raketenträgers und dem Abschuss beteiligt gewesen sein könnten. Sie seien aber damit nicht automatisch tatverdächtig, hieß es. Namen nannten die Ermittler nicht.

Eine separate Untersuchung des niederländischen Sicherheitsrates war 2015 bereits zu dem Schluss gekommen, dass eine Buk-Rakete die Maschine getroffen hatte. Das Geschoss kam demnach aus dem Süden des Ortes Snischne, nahe Pervomaiskij, und damit aus einem Gebiet, das unter Kontrolle prorussischer Separatisten stand. Offen blieb aber, wer die Rakete abfeuerte. Die von Russland hergestellten Buk-Raketen werden sowohl von den russischen als auch von den ukrainischen Streitkräften verwendet.

Russland wies erneut jegliche Verantwortung für den Absturz zurück und beschuldigte stattdessen die Ukraine. Neue russische Radardaten zeigten, dass das Flugzeug nicht vom Gebiet der prorussischen Separatisten aus beschossen worden sei, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die von den Niederlanden geführte Untersuchung habe von Russland gelieferte Hinweise ignoriert und der Ukraine erlaubt, Beweise zu manipulieren und antirussische Schlüsse zu ziehen, hieß es.

Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war im Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord über der Ostukraine abgestürzt. Die Rakete explodierte in gut zehn Kilometer Höhe, ganz in der Nähe der Boeing. Tausende kleine Metallteile durchbohrten sich von außen in die Maschine. Niemand an Bord überlebte.

Bei der strafrechtlichen Untersuchung arbeiten Malaysia, die Ukraine, Belgien und die Niederlande zusammen. Die niederländische Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen, da aus diesem Land die meisten Opfer stammen.

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