Bei einer Explosion im Süden der Philippinen sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. 60 Menschen seien bei der Detonation in Davao verletzt worden, sagte ein Sprecher des Präsidenten. Davao ist die Heimatstadt des neuen Präsidenten Rodrigo Duterte. Er soll sich Medienberichten zufolge in der Stadt aufgehalten haben, als sich die Explosion ereignete.

Die Polizei sprach von einer Bombe, die am späten Abend auf dem belebten Roxas-Nachtmarkt explodierte. Die Opfer wiesen Verletzungen auf, wie sie durch Bombensplitter entstehen können. Eine Stadtsprecherin sprach von mindestens 30 Verletzten. Ihren Angaben nach ereignete sich die Explosion in der Nähe eines bei Touristen und Geschäftsmännern beliebten Hotels.

Der Präsidentensprecher wollte dies zunächst nicht bestätigen. "Wir wissen noch nichts Definitives", sagte Ernesto Abella. Nach seinen Angaben wurden 60 Menschen verletzt. "Es macht keinen Sinn, nun zu spekulieren, das schürt nur Ängste."  

Die Stadt liegt auf der Insel Mindanao. In einem anderen Teil der Insel kämpfen muslimische Extremisten seit Jahrzehnten um mehr Autonomie. Dort hat auch die Terrororganisation Abu Sayyaf ihr Hauptquartier, die ihren Kampf mit der Entführung von Ausländern und Erpressung von Lösegeldern finanziert. Abu Sayyaf hatte erst vor Kurzem neue Anschläge angekündigt, weil das Militär eine neue Offensive gegen die Organisation gestartet hat.

Duterte war mehrere Jahre Bürgermeister von Davao, bevor er in diesem Jahr zum Präsident gewählt wurde. Der 71-Jährige ist umstritten, weil er seinen rigorosen Kampf gegen Drogendealer in Davao auf das ganze Land ausweiten will. Er hat offen dazu aufgerufen, Rauschgifthändler umzubringen.

Nach Angaben von Menschenrechtlern hat Duterte in den vergangenen Jahrzehnten in Davao Todesschwadronen geduldet. Dort wurden seit Ende der 1990er Jahre mehr als 1.400 Verdächtige meist auf offener Straße umgebracht, ohne dass je jemand dafür zur Rechenschaft gezogen wurde.