Nach dem Tod eines unbewaffneten Schwarzen im südkalifornischen El Cajon, USA, sind dort Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten warfen den Polizisten vor, ungerechtfertigterweise zur Waffe gegriffen und dabei aus rassistischen Motiven gehandelt zu haben. Sie riefen Sprechchöre wie "Hände hoch, nicht schießen" oder "Das Leben von Schwarzen zählt". Schon in Charlotte in North Carolina war es vor einer knappen Woche nach der Erschießung eines Schwarzen zu Protesten gegen Polizeigewalt gekommen.

Der erschossene Mann aus El Cajon, das etwa 25 Kilometer von San Diego entfernt liegt, stammte aus Uganda. Offenbar hielt er sich als Flüchtling im Land auf. Zuvor hatte die Schwester des 30-Jährigen bei der örtlichen Polizei angerufen und gesagt, er sei psychisch krank und irre ziellos umher. Nach Informationen der Washington Post ist es das mindestens 716. Opfer, das in diesem Jahr von US-Polizisten getötet wurde.

Laut Polizeiangaben weigerte sich der Mann, wie befohlen die Hände zu erheben. Stattdessen sei er auf und ab gerannt, habe etwas aus seiner Hosentasche gezogen und so getan, als ob er damit auf die beiden Beamten schieße. Schließlich setzte einer der Polizisten einen Elektroschocker ein, ein anderer feuerte die tödlichen Schüsse ab.

Die Polizei bestätigte später, dass das Opfer unbewaffnet gewesen sei. Auch teilte sie mit, dass der Gegenstand, den das Opfer aus seiner Tasche gezogen hatte, eine E-Zigarette gewesen sei. Vom Eintreffen der Beamten am Einsatzort bis zu den tödlichen Schüssen sei nicht einmal eine Minute vergangen. Dagegen hätten sich die Beamten erst über eine Stunde nach Eingang des Anrufs auf den Weg gemacht.

Vor der Polizeiwache von El Cajon kam es nach dem Vorfall zu Protesten. Demonstranten skandierten Parolen wie "Keine Killercops" und "Schwarze Leben zählen". Die Schwester des Opfers sagte in einem YouTube-Video: "Ich habe euch gerufen, weil ich Hilfe brauchte. Und ihr habt ihn einfach getötet."