Papst Franziskus hat die albanische Ordensfrau und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa (1910-1997) heiliggesprochen. Der Pontifex verlas vor Hunderttausenden Pilgern auf dem Petersplatz in einer feierlichen Zeremonie die entsprechende Formel. 

Für das Ereignis hatten sich Menschen aus aller Welt auf dem Petersplatz in Rom und in den umliegenden Straßen versammelt. Bereits gegen drei Uhr morgens waren die ersten Pilgergruppen an den Sicherheitsschleusen der Polizei eingetroffen. Viele hatten in der Nähe des Vatikan im Freien übernachtet. Sie kamen mit Mutter-Teresa-T-Shirts; Porträts der Heiligen verwandelten den Petersplatz in ein buntes Fahnenmeer. Zahlreich vertreten waren auch die von Mutter Teresa gegründeten Missionarinnen der Nächstenliebe in weißer Ordenstracht mit blauem Saum, wie sie die neue Heilige getragen hatte.

Mutter Teresa wurde durch ihre Hilfe für Waisenkinder und Obdachlose in den Slums der indischen Stadt Kalkutta weltberühmt. 1979 wurde sie dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte Mutter Teresa bereits 2003, nur sechs Jahre nach ihrem Tod, seliggesprochen. Kritiker zweifeln am Mythos von Mutter Teresa.

Papst Franziskus würdigte das Leben von Mutter Teresa als "besonders geeignetes Beispiel der Nächstenliebe und der großherzigen Aufmerksamkeit für die Armen und Letzten". Er wünsche sich, dass ihre Verehrer die "Revolution der Zärtlichkeit" fortsetzten, die mit Jesus Christus begonnen habe, hieß es in der Grußbotschaft an einen internationalen Kongress zu der neuen Heiligen in Rom.

Die Heiligsprechung von Mutter Teresa gilt als einer der Höhepunkte des Heiligen Jahres, das Papst Franziskus im Dezember ausgerufen hat. Im Mittelpunkt steht das Thema Barmherzigkeit.