Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ist bei einem Empfang von Vertretern islamischer Gemeinden von Pegida-Anhängern beleidigt und angepöbelt worden. Hilbert, der am Sonntag zum islamischen Neujahrsfest ins Rathaus geladen hatte, wurde von Demonstranten scharf angegangen und mit "Hau-ab"- und "Volksverräter"-Rufen empfangen. Vor dem Rathaus protestierten zudem mehrere Menschen gegen eine Verschleierung muslimischer Frauen. Als ein Mann von der Polizei weggeführt wurde, kam es zu Tumulten. Laut Einsatzleitung wurde Hilbert dabei auch angefasst.

Vertreter der drei Moscheen in der Stadt waren ins Dresdner Rathaus gekommen und von Hilbert begrüßt worden. Unter ihnen war auch der Imam der Dresdner Moschee, auf die am Montagabend ein Sprengstoffanschlag verübt wurde. "Ich hoffe, dass die Täter, sobald gefunden, eine gerechte Strafe erhalten", sagte Hilbert. 

In Dresden laufen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit. In der Nacht zum Sonntag sind in der Stadt drei Polizeifahrzeuge angezündet worden. Verletzt wurde niemand. Die Ermittler gehen von einer politisch motivierten Tat aus. Ein Bekennerschreiben liegt aber bislang nicht vor.

Rund 2,5 Kilometer von Brandort entfernt wurden in der Nacht zudem Graffiti gesprüht, darunter der Spruch: "Ganz Dresden hasst die Polizei". Ein Verdächtiger wurde in der Nähe des Tatorts festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Nun werde geprüft, ob ein Zusammengang zu den angezündeten Autos besteht.

Die Sicherheitsvorkehrungen für die Einheitsfeiern wurden verschärft, nachdem vor einer Woche Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und ein Kongresszentrum verübt worden waren. Die Polizei hat Fahndungsfotos veröffentlicht. Zum offiziellen Festakt am Montag werden Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Stadt erwartet. Etwa zur gleichen Zeit plant Pegida einen Protestmarsch.