In Deutschland sind nach Einschätzung der Bundesregierung vier Gruppen des rassistischen Ku-Klux-Klans aktiv. Es sei jedoch von "sehr geringen Mitgliederzahlen" auszugehen. Auch in der rechtsextremen Szene der Bundesrepublik sei der Ku-Klux-Klan lediglich ein Randphänomen. Das geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die ZEIT ONLINE vorliegt. Zuerst hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.

"Die einzelnen KKK-Gruppierungen in Deutschland verfügen aufgrund ihrer sehr geringen Mitgliederzahlen über keine nennenswerten Organisationsstrukturen", schreibt die Bundesregierung. Sie weist darauf hin, dass die Bezeichnung "Ku-Klux-Klan" nicht geschützt sei und es deshalb "keiner Autorisierung" bedürfe, sich so zu bezeichnen.

Die nach dem US-Bürgerkrieg gegründete Vereinigung Ku-Klux-Klan erlebte in den 1920er sowie den 1960er Jahren in den Südstaaten der USA Aufschwünge und ist dort für brutale Lynchmorde, gewaltsame Übergriffe auf Schwarze, Einwanderer und andere Minderheiten sowie einschüchternde Aufmärsche verantwortlich.

Im Mai dieses Jahres sowie bereits 2013 habe sich das gemeinsame Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum von Bund und Ländern der Antwort der Regierung zufolge mit Aktivitäten von Gruppen in Deutschland befasst. 2016 sei es um eine "mögliche Kreuzverbrennung", das Zeigen von Hakenkreuzflaggen und das Singen verfassungsfeindlicher Lieder gegangen. 

Polizisten sollen Kontakt zu KKK haben

Laut Bundesregierung hatten auch Beamte Kontakt zum KKK: "Zwei Angehörige der Polizei Baden-Württemberg waren zumindest zeitweise in den Jahren 2001/2001 Mitglied des 'European White Knights of the Ku Klux Klan' (EWK KKK)", hieß es.

Seit 2001 seien bei den Behörden 68 Straftaten mit Bezug zum Klan aktenkundig. Die Ideologie sowie die Rituale und Symbole der KKK-Gruppierungen haben laut Bundesregierung jedoch "für den deutschen Rechtsextremismus insgesamt keine Bedeutung".

In den USA ist die Gruppe heute nach Angaben des renommierten Southern Poverty Law Centers in diverse, unterschiedlich militante rassistische Untergruppen zerfallen, die sich teilweise auch gegenseitig bekämpfen. Er zählt dort insgesamt 5.000 bis 8.000 Anhänger.