Mehr als zehn Monate nach der Besetzung eines Verwaltungsgebäudes in einem Nationalpark im US-Staat Oregon sind die Anführer der beteiligten Milizionäre freigesprochen worden. Die Brüder Ammon und Ryan Bundy seien nicht des unerlaubten Waffenbesitzes in einer staatlichen Einrichtung und der geplanten Behinderung der Arbeit von Beamten schuldig, befand eine Jury in Portland nach einem mehrwöchigen Prozess. Der Gruppe um den Anführer Ammon Bundy wurde neben illegalem Waffenbesitz auch Verschwörung vorgeworfen.

Die Brüder gehören einer Rancherfamilie an, die sich seit Langem mit dem Staat um Land streitet. Anfang des Jahres hielten bewaffnete Mitglieder einer regierungskritischen Miliz von Bundy sechs Wochen lang ein Verwaltungsamt im Naturschutzgebiet Malheur National Wildlife Refuge besetzt. Sie begründen dies mit den aus ihrer Sicht ungerechten Urteilen gegen die beiden Rancher, den 73-jährigen Dwight Hammond und dessen 46-jährigen Sohn Steven Hammond. Das Areal und die Häuser gehören dem Staat.

Anhänger der Miliz sehen die Rolle des Staats grundsätzlich kritisch und verlangten, dass staatliches Land den Kommunen und den dortigen Bürgern ohne Aufsicht der Bundesregierung zur Nutzung überlassen wird.

Die Bundys und andere Schlüsselfiguren der Gruppe wurden Ende Januar bei einer Verkehrskontrolle vor dem Verwaltungsgebäude festgesetzt. Bei dem Einsatz erschoss die Polizei den Sprecher der Besetzer, in der Folge gaben die meisten von ihnen auf. Am 11. Februar endete der Nervenkrieg, als auch die letzten Besetzer sich der Polizei stellten. Gegen 26 Besetzer wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Trotz des Freispruchs müssen sich die beiden voraussichtlich im kommenden Jahr wegen einer anderen Konfrontation mit Bundesbehörden in Nevada vor Gericht verantworten.