Nach mehr als 15 Verhandlungstagen hat das Oberlandesgericht Frankfurt einen 30 Jahre alten Syrien-Kämpfer wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sowie Kriegsverbrechen zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Mit dem Strafmaß entsprach das Gericht dem Strafantrag der Bundesanwaltschaft. Der Mann wurde auch wegen kriegswaffenrechtlicher Verstöße verurteilt. 

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte zwischen September 2013 und Februar 2014 am bewaffneten Kampf in Syrien aktiv beteiligt und dabei dem IS auch als Mitglied angehört hatte. Dabei hatte er unter anderem eine Szene mit dem Mobiltelefon gefilmt, bei dem der Leiche eines gegnerischen Soldaten Nase und Ohren abgeschnitten wurden.

2014 war der Mann in Ankara festgenommen worden. Wie das ZDF berichtet, hatte er zuvor seiner Frau eine Rohrbombe zugesteckt, die diese nach Deutschland transportieren sollte. Sie wurde von den türkischen Behörden entdeckt und der Angeklagte daraufhin nach Deutschland ausgeliefert.

Zunächst ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Dann schickten die türkischen Behörden ein Bild, das den Angeklagten in einer IS-Uniform zeigte. Daraufhin ermittelte die Bundesanwaltschaft auch wegen der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation. Schließlich erhielt sie von den türkischen Behörden das fragliche Handyvideo. Zudem konnte die Mitgliedschaft des Angeklagten offenbar mit den Daten eines der IS-Personalbögen, die im Februar dieses Jahres auftauchten, bestätigt werden.