Rund ein Viertel der Deutschen weiß einer Umfrage zufolge nicht, dass am 9. November 1989 die Mauer fiel. Nur 71 Prozent der Befragten ordnen das historische Datum richtig zu, wie eine Emnid-Erhebung im Auftrag der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ergab.

Demnach verbinden im Westen 72 Prozent der Befragten das Datum mit dem Mauerfall, im Osten sind es 67 Prozent. In der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahren ist das geschichtliche Wissen am größten.

70 Prozent der Befragten befürworteten die Ansicht, dass die friedliche Revolution ein Glücksfall gewesen sei. 22 Prozent stimmten dem eher nicht oder gar nicht zu. Dabei waren Vorbehalte und Ablehnung im Westen (23 Prozent) größer als in den östlichen Bundesländern (16 Prozent). Insgesamt acht Prozent der Befragten hatten keine Meinung oder machten keine Angaben. Für die Umfrage wurden zwischen dem 25. bis 27. Oktober bundesweit 1.009 Personen befragt.

Die Geschäftsführerin der Stiftung, Anna Kaminsky, hob hervor, dass kein anderes Datum der deutschen Geschichte so stark mit historischen Ereignissen aufgeladen sei wie der 9. November. An dem Tag hatten 1938 die Nationalsozialisten Hunderte Synagogen in ganz Deutschland in Brand gesteckt und Tausende jüdische Geschäfte zerstört. Die Pogromnacht gilt als Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. 

Dass eine Mehrheit der Deutschen die friedliche Revolution als positives Ereignis sieht, sei erfreulich, sagte Kaminsky. "Das zeigt nicht zuletzt, dass die Bildungsarbeit zur jüngsten deutschen Geschichte Früchte getragen hat und die friedliche Revolution in der Erinnerungskultur verankert ist."