Eine neue Analyse des Malaysia-Airline-Flugs MH370 legt nahe, dass kurz vor dessen Absturz im März 2014 kein Pilot am Steuer saß. Die Untersuchung ist Teil eines technischen Berichts, der von der australischen Verkehrssicherheitsbehörde ATSB veröffentlicht wurde. 

Die Maschine war am 08. März 2014 während eines Flugs von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwunden. Der ATSB-Bericht bestärkt eine Theorie, die Ermittler seit einiger Zeit für wahrscheinlich halten. Demnach befand sich niemand am Steuer der Boeing 777, als dieser der Treibstoff ausging und sie mit hoher Geschwindigkeit in einen abgelegenen Abschnitt des Indischen Ozeans vor der australischen Westküste stürzte. 

Die Experten zogen ihre neuen Schlüsse unter anderem aus der Untersuchung einer Landeklappe der Boeing, die in Tansania in Ostafrika angespült worden war. Sie sei wahrscheinlich eingefahren gewesen, teilten die Experten mit. Piloten fahren die Klappe bei Landungen aus, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. 

"Dies bedeutet, dass die Maschine nicht auf eine kontrollierte Landung ausgerichtet war", sagte ATSB-Experte Peter Foley. "Jeder kann seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, ob jemand das Flugzeug am Ende unter Kontrolle hatte." Niemand weiß, was sich genau an Bord der Maschine abgespielt hat. Spekuliert wurde unter anderem, ob ein Pilot versuchte, die Maschine auf dem Meer zu landen. Dagegen spricht die nun untersuchte Landeklappe. Warum das Flugzeug aber vom Kurs abwich, und aufs offene Meer statt Richtung Peking flog, ist völlig ungeklärt.