Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Berlin-Attentäter Anis Amri sind in Tunesien drei Verdächtige festgenommen worden. Das teilte das Innenministerium in Tunis am Samstag mit. Die drei mutmaßlichen Dschihadisten seien bereits am Freitag gefasst worden. Sie seien Mitglieder einer Terrorzelle, die in Verbindung zu Amri gestanden habe. Unter ihnen sei auch ein Neffe von Amri.

Die Festgenommenen sind laut Innenministerium zwischen 18 und 27 Jahre alt. Der Neffe habe gestanden, dass er mit Amri auf einem verschlüsselten Weg über eine Nachrichtenapp in Kontakt gestanden habe. Sein Onkel habe gewollt, dass er der Terrormiliz "Islamischer Staat" die Treue schwöre. Auch habe Amri seinem Neffen Geld geschickt.

Das Innenministerium bezeichnete die drei Männer als eine Terrorzelle, die Sicherheitskräfte nahe der Stadt Kairouan ausgehoben hätten. In dieser Region lebt auch die Familie von Anis Amri. In Kairouan ist die Salafistenszene besonders stark.

Der mutmaßliche Attentäter war in der Nacht zu Freitag von der italienischen Polizei bei Mailand erschossen worden. Bei dem Anschlag am Montag war der Täter mit einem Lkw über den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz fahren. Dabei starben zwölf Menschen, 45 wurden verletzt.