Die Geschworenen eines Bundesgerichts in South Carolina haben den 22 Jahre alten Dylann Roof in allen 33 Anklagepunkten für schuldig erklärt, darunter Hassverbrechen und Behinderung der Religionsausübung. Der Attentäter hatte im Juni 2015 neun schwarze Gläubige in einer afroamerikanischen Kirche ermordet.

Die Verteidigung hatte eingeräumt, dass Roof die Tat begangen habe und verzichtete auf die Vernehmung von Zeugen. Sie stellte Roofs geistigen Zustand infrage, Bezirksrichter Richard Gergel entschied jedoch, dass dieser nichts mit seiner Schuld oder Unschuld zu tun habe.

Anfang Januar entscheiden die Geschworenen über das Strafmaß. Sie können die Todesstrafe oder lebenslange Haft verhängen. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe. Der Attentäter hatte sich selbst als Rassist bezeichnet und sich vor FBI-Beamten zu der Tat bekannt.

Die Morde hatten im Sommer 2015 eine Debatte über die im Bundesstaat South Carolina verbreitete Südstaatenflagge ausgelöst. Der Ursprung dieser Konföderiertenflagge liegt im amerikanischen Bürgerkrieg, als die Südstaaten unter dieser Flagge unter anderem dafür kämpften, die Sklaverei zu erhalten. 1961 hisste der Südstaat die Flagge am Kapitol in der Hauptstadt Columbia, um gegen die schwarze Bürgerrechtsbewegung zu protestieren. Nach dem Attentat in Charleston hatte sich unter anderem Präsident Barack Obama dafür ausgesprochen, die Flagge zu entfernen. Im Juli 2015 nahm das Kapitol die Konföderiertenflagge ab.