Ein halbes Jahr nach dem Absturz einer EgyptAir-Maschine über dem Mittelmeer haben Ermittler Rückstände von Sprengstoff entdeckt. Wie die ägyptisch geführte Untersuchungskommission am Donnerstag mitteilte, wurden die Spuren an menschlichen Überresten gefunden. Einen medizinischen Bericht habe man den ägyptischen Behörden zugesandt.

Der Airbus A320 war Mitte Mai mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Alle Insassen – 40 Ägypter und 15 Franzosen – kamen ums Leben. Ein Anschlag war damals rasch ausgeschlossen worden.

Egyptair Flug 804

Bekannter Verlauf des Fluges von Paris mit Ziel Kairo

Erste Auswertungen der Stimmrekorder hatten ergeben, dass sich in einer der Toiletten und im Bereich der Bordelektronik Feuer ausgebreitet hatte. Im Juli ergab die Analyse der Flugdatenschreiber, dass die Maschine nach dem Brand in der Luft zerbrochen war. Was den Brand ausgelöst hat, ist nicht klar. Auch die Untersuchung von Wrackteilen deutete darauf hin, dass der vordere Teil des Flugzeugs großer Hitze und dichtem Rauch ausgesetzt war. Der Fund von Sprengstoffresten würde nun auf einen Anschlag als Absturzursache hindeuten.

Nach dem Fund hätten die Ermittler den Fall nun an die Staatsanwaltschaft übergeben, teilte das Luftfahrtministerium mit.