Nach dem Absturz eines russischen Militärflugzeugs nahe Sotschi soll die Suche nach möglichen Überlebenden am Montag weitergehen. Die Behörden gehen aber davon aus, dass alle 92 Insassen ums Leben gekommen sind. Unter ihnen befanden sich auch Mitglieder des weltbekannten Alexandrow-Militärchors sowie die für ihre wohltätige Arbeit bekannte russische Ärztin Jelisaweta Glinka. Russlands Präsident Wladimir Putin hat für Montag eine eintägige Staatstrauer ausgerufen.

Mehr als 3.000 Helfer, darunter 100 Taucher, hatten am Sonntagabend die Suche nach Überlebenden begonnen. 32 Schiffe, mehrere Hubschrauber, Drohnen und U-Boote wurden eingesetzt. 

Der russische Verkehrsministers Maxim Sokolow geht von einem Pilotenfehler oder technischem Versagen aus. Ein Terroranschlag gelte als weniger wahrscheinlich, sagte Sokolow am Montag im russischen Fernsehen. Die Regierung sehe keine Notwendigkeit für stärkere Sicherheitsmaßnahmen auf russischen Flughäfen. Experten hatten zuvor jedoch gesagt, für einen Anschlag spreche, dass die Crew keinen Notruf über einen möglichen technischen Defekt abgesetzt habe und dass Trümmer der Maschine vom Typ Tupolew Tu-154 in einem großen Radius verstreut seien.

Das Flugzeug war am Sonntagmorgen zwei Minuten nach dem Start in Sotschi ins Schwarze Meer gestürzt. Es war auf dem Weg zum russischen Luftwaffenstützpunkt beim syrischen Latakia. Dort sollten die Sänger und Tänzer des Militärchors ein Weihnachtskonzert für die stationierten russischen Soldaten geben.

Russland ist ein Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Seit September 2015 unterstützt Russland das syrische Militär im Bürgerkrieg durch Luftangriffe. Auch dank der russischen Unterstützung konnte das syrische Militär die Stadt Aleppo von den Rebellen zurückerobern.