Nach dem Anschlag auf einen mit Soldaten besetzten Bus im türkischen Kayseri haben Demonstranten die dortige Parteizentrale der prokurdischen Partei HDP in der Stadt gestürmt und angezündet. Das berichteten verschiedene türkische Medien. Laut Informationen des Nachrichtensenders Al Jazeera und der türkischen Zeitung Hurriyet verschaffte sich eine Gruppe Zugang ins Gebäude und setzte mehrere Möbelstücke in Brand.

Bei den Tätern handelt es sich den Berichten zufolge um türkische Faschisten. An dem brennenden Gebäude brachten sie die Flagge der rechtsextremen Gruppierung Graue Wölfe an. Die HDP hatte sich mit einem öffentlichen Statement von dem Anschlag distanziert. Die türkische Regierung wirft der linksliberalen Partei vor, die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu unterstützen.

Für den Anschlag in Kayseri macht die türkische Regierung die PKK verantwortlich. Vize-Regierungschef und Regierungssprecher Kurtulmuş sagte dem Sender NTV, es würden zwar "alle Möglichkeiten in Betracht" gezogen. Derzeit deuteten aber "alle Hinweise auf die PKK hin". Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Bei dem Anschlag waren mindestens 13 Soldaten getötet worden, 55 weitere Menschen wurden verletzt. Regierungschef Binali Yıldırım teilte mit, ein Selbstmordattentäter habe eine Autobombe gezündet, als der Bus vorübergefahren sei. Die Nachrichtenagentur Dogan berichtete, dass die Soldaten den Bus von den städtischen Verkehrsbetrieben von Kayseri genommen hatten, um an ihrem freien Tag zum Einkaufen auf den Markt zu fahren.


Die Industriestadt Kayseri liegt weit entfernt von den Kurdengebieten im Südosten der Türkei und gilt üblicherweise als ruhig. Die Millionenstadt befindet sich in der Nähe der bei Touristen aus aller Welt beliebten Region Kappadokien.