Die Gruppe der selbst ernannten Reichsbürger gibt es schon länger, doch noch nie wurde die Zahl ihrer Anhänger konkret beziffert. In manchen Bundesländern gab es nicht einmal Schätzungen. Nun berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf eine Umfrage bei den Innenministerien und Verfassungsschutzbehörden der Bundesländer von mindestens 4.500 Anhängern in Deutschland. 

Mit rund 1.700 lebten die meisten in Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg mit 650 sowie Thüringen mit 550 Anhängern. In Nordrhein-Westfalen sollen nach Angaben des Innenministeriums zwischen 200 und 300 Angehörige der Szene leben. Sachsen gab offenbar an, die Zahl nicht zu erheben, ebenso fehlten Informationen aus Hessen. 

Die in etliche Kleinstgruppen zersplitterten sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie sind vom Fortbestand des Deutschen Reiches mit den Grenzen von 1937 überzeugt. Daher sprechen sie dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren amtliche Bescheide nicht. Viele Akteure sind nach Einschätzung der Behörden in der rechtsextremen Szene aktiv.

Im Oktober erschoss ein Sympathisant in Georgensgmünd bei Nürnberg einen Polizisten und verletzte drei weitere teilweise schwer. Immer wieder begehen die Anhänger der Szene Straftaten, zuletzt hatte einer in seiner Wohnung im niedersächsischen Sögel sechs Polizisten mit Pfefferspray verletzt.

Der Verfassungsschutz überwacht die Anhänger mittlerweile bundesweit. "Die Reichsbürger sind keine harmlosen Spinner, sondern eine Gefahr für unseren Staat", sagte CDU-Innenexperte Stephan Harbarth.