Eine Spur in der südkoreanischen Affäre um die vorläufig entmachtete Präsidentin Park Geun Hye führt nach Hessen. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt laufen Ermittlungen wegen Geldwäsche. Ein Rechtshilfeersuchen aus dem asiatischen Land liege aber bislang nicht vor, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Wie  südkoreanische Zeitungen berichteten, wollen südkoreanische Ermittler die in Deutschland vermutete Tochter von Choi Soon Sil ausliefern lassen. Choi Soon Sil ist eine langjährige Vertraute der Präsidentin und Schlüsselfigur in dem Skandal, bei dem es um Bestechung geht. Oberstaatsanwältin Niesen sagte, die Staatsanwaltschaft Frankfurt wisse nicht, wo die 20-jährige Tochter sei.

Die Behörde ermittelt seit Mai wegen Geldwäsche gegen zwei Südkoreanerinnen im Alter von 58 und 20 Jahren sowie einen weiteren Südkoreaner (30) und einen Deutschen (52). Die Ermittlungen gehen auf die Strafanzeige einer Bank aus Frankfurt zurück, wie die Oberstaatsanwältin sagte.

Die drei Verdächtigen aus Südkorea sollen Teilhaber einer Firma in Schmitten in Hessen sein, der Deutsche der Geschäftsführer des Unternehmens. Über die Firma soll Geld aus Südkorea nach Deutschland gebracht worden sein. "Jetzt müssen die Hintergründe dieser Transaktionen geklärt werden", sagte Niesen. Choi und ihrer Tochter wird vorgeworfen, sich durch ihre Nähe zur Präsidentin persönlich bereichert zu haben. 

Südkoreas Parlament hatte am 9. Dezember mit großer Mehrheit für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park gestimmt. Das Verfassungsgericht muss nun über die Absetzung entscheiden. Der entmachteten Präsidentin Park wird vorgeworfen, ihrer Vertrauten Choi Soon Sil die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben. Auch soll Choi dank ihrer Beziehung zu Park Sponsorengelder für zwei Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert haben. Die Staatsanwaltschaft sieht Park in die Affäre verwickelt, die Präsidentin weist die Vorwürfe zurück. Es hatte in dem Land Massenproteste gegen sie gegeben.