Der Prozess gegen einen weißen Ex-Polizisten wegen tödlicher Schüsse auf den unbewaffneten Schwarzen Walter Scott ist geplatzt. Die Jury habe sich nicht auf ein Urteil gegen den Angeklagten Michael S. einigen können, sagte Richter Clifton Newman. Der 34-Jährige hatte sich vor einem Geschworenengericht in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina wegen der tödlichen Schüsse auf Scott verantworten müssen.

Unter den zwölf Mitgliedern der Jury war nur ein Schwarzer. Der New York Times sagte er, es gebe nur ein Jurymitglied, das gegen eine Verurteilung sei. Der Polizist hatte geltend gemacht, er habe um sein Leben gefürchtet.

Angehörige äußerten sich zuversichtlich, dass der Beschuldigte noch bestraft werden würde. "Ich bin nicht traurig", sagte die Mutter des Opfers, Judy Scott. "Ich weiß, dass die Gerechtigkeit siegen wird." Die Staatsanwaltschaft sagte zu, den Fall erneut aufzunehmen. Der Polizist muss sich zudem in einem weiteren Prozess vor einem Bundesgericht verantworten.

Scott war Anfang April vergangenen Jahres von Michael S. erschossen worden, nachdem er wegen eines defekten Rücklichts an seinem Wagen angehalten worden war. Der Tod des Afroamerikaners führte zu Protesten gegen Polizeigewalt in den USA.

Auf später veröffentlichten Videoaufnahmen war zu sehen, wie Scott nach einem Handgemenge mit dem Beamten zu fliehen versucht. Der Polizist schoss dem 50-Jährigen daraufhin mehrfach in den Rücken. Später wurde er festgenommen und aus dem Polizeidienst entlassen.