Papst Franziskus hat in Rom den Segen Urbi et Orbi gespendet und in seiner Weihnachtsbotschaft zu Frieden in aller Welt aufgerufen. Zugleich gedachte er der Opfer von Krieg und Terror.

Die Stadt Aleppo sei "in den letzten Wochen Schauplatz einer der grauenhaftesten Schlachten" geworden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Ansprache von der Loggia des Petersdoms. Mehr denn je brauche die erschöpfte Zivilbevölkerung Hilfe und Beistand. "Es ist Zeit, dass die Waffen endgültig schweigen und die internationale Gemeinschaft sich aktiv dafür einsetzt, dass eine Lösung auf dem Verhandlungsweg gefunden und das zivile Zusammenleben in diesem Land wieder hergestellt wird."

Der Papst sprach außerdem über den fortwährenden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, über das Leid in verschiedenen Regionen Afrikas, "wo der Terrorismus sogar Kinder ausnutzt, um Schreckenstaten und Morde zu verüben", und über den Krieg in der Ostukraine. Er erinnerte an Vertriebene, Migranten und Flüchtlinge.

Auch auf den Terror in Europa ging Franziskus in seiner Weihnachtsbotschaft ein. Ausdrücklich bat er um Frieden für jene, "die verletzt wurden oder einen geliebten Menschen verloren haben durch grausame Terrorakte, die im Herzen vieler Länder und Städte Angst und Tod gesät haben".

Franziskus erinnerte außerdem an Hungernde, Migranten und Flüchtlinge sowie Opfer von Menschenhandel. Ganze Völker litten "wegen der wirtschaftlichen Ambitionen weniger und wegen der unersättlichen Gefräßigkeit des Götzen Geld".

Franziskus betonte, die Herrschaft Jesu gründe nicht auf Stärke und Reichtum, sondern sei eine Herrschaft der Liebe und des Dienstes. Sie sei eine Macht, die Feinde versöhne und das Böse in Gutes verwandle.

Es ist das vierte Weihnachtsfest, das Franziskus als Oberhaupt von weltweit 1,2 Milliarden Katholiken feiert. Der Papstsegen Urbi et orbi von der Mittelloggia des Petersdoms gehört zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten. Rund 120 Sendeanstalten übertrugen die Zeremonie live.

Vor der Weihnachtsbotschaft hatte Franziskus am Heiligen Abend bereits eine Christmette im Petersdom gefeiert. Dort appellierte er an die Gläubigen, bei der Feier der Geburt Jesu Christi an das Leid der Kinder zu denken, die vor Bomben fliehen oder in Booten flüchten müssen. Auch warnte der Papst davor, sich nicht von dem kommerziellen Weihnachtsrummel vereinnahmen zu lassen. Damit sei man besorgt um Geschenke, aber kalt gegenüber den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stünden, warnte er.