Fernando Ocariz Branaist ist der neue Leiter von Opus Dei ("Werk Gottes"). Der 72-jährige Spanier wurde vom Wahlkongress der konservativen katholischen Gemeinschaft in Rom gewählt. Er ist der Nachfolger des im Dezember verstorbenen Spaniers Javier Echevarria. 

Wie Opus Dei mitteilte, hat Papst Franziskus habe die Wahl bereits bestätigt. Ocariz, bislang Generalvikar und Interimsleiter der Priester- und Laienorganisation, war im Vorfeld als einer der Favoriten für den Posten gehandelt worden. Der studierte Theologe gehört zu den Mitbegründern der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz und war bereits in verschiedenen Beratungsfunktionen für die Kurie tätig.

Mit Opus Dei hatte Gründer Josemaria Escrivá de Balaguers 1928 eine Organisation geschaffen, die Kleriker und Laien mit dem Ziel zusammenbringt, den Alltag durch Arbeit zu heiligen. Dass es in Opus Dei sehr diskret zugeht, hat das Bild der Organisation in der Öffentlichkeit geprägt: Namen von Mitgliedern und Führungskräften werden nie öffentlich preisgegeben. 

Der Glaubensgemeinschaft wird nachgesagt, dass sie entschlossen in politische Vorgänge eingreift, Mitglieder säßen in allen Machtzentren von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Demgegenüber weist die Organisation auf ihre rein "geistlichen Ziele" hin, deren Auslegung und Umsetzung bei den Mitgliedern liege. 

Ehemalige Gefolgsleute des Werkes haben Details über die inneren Strukturen und das Vorgehen der Organisation offengelegt. Es gibt Onlineforen, in denen sich ehemalige Mitglieder über ihre Erfahrungen austauschen.  Die Ehemaligen berichten einstimmig von einem starken Gefühl von Gemeinschaft und Exklusivität. Ein "geistlicher Leiter" verlangt eine regelmäßige "Gewissenserforschung", die intimsten Gedanken dürfen dem Werk nicht verborgen bleiben.

Nach eigenen Angaben hat die Glaubensgemeinschaft weltweit etwa 92.600 Laien sowie 2.083 Priester. Sie zählt damit zu den einflussreichsten und zugleich konservativsten Gruppierungen in der katholischen Kirche. In Deutschland hängen ihr 600 Menschen an. Opus Dei betreibt auch Universitäten, Krankenhäuser und Sozialstationen. An der Spitze steht ein Prälat mit Sitz in Rom, in Deutschland hat die Regionalleitung ihren Sitz in Köln.