Bei dem jüngsten Selbstmordanschlag einer islamistischen Terrororganisation im Norden Malis sind mindestens 60 Menschen getötet worden. Weitere 115 Menschen wurden bei dem Angriff auf einen Militärstützpunkt in der Stadt Gao teils schwer verletzt, wie Präsident Ibrahim Boubacar Keïta in einer Rede an die Nation sagte. Unter den Toten seien fünf Selbstmordattentäter.

Die islamistische Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) beanspruchte den Anschlag für sich. Die örtliche Al-Kaida-Miliz Al Mourabitoun habe diesen ausgeführt – eine Gruppe, die 2015 ein Friedensabkommen für Mali unterzeichnet hatte. Ob diese Botschaft echt ist, konnte jedoch zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.  

Erst vor wenigen Tagen hatte der französische Präsident François Hollande die Region besucht. Frankreichs Innenminister Bruno Le Roux sprach von einem "heftigen und hochgradig symbolischen Anschlag". Das westafrikanische Land war bis 1960 eine französische Kolonie. Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Der neue UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einer "abscheulichen Tat".  Die Vereinten Nationen seien entschlossen, die Malier und ihre Regierung beim Kampf gegen Terrorismus und beim Aufbau des Frieden zu unterstützen. Er forderte die Konfliktparteien dazu auf, die Bedingungen des Friedensabkommens von 2015 vollständig umzusetzen und Attacken wie diese mit allen Mitteln zu vermeiden.

Islamistische Milizen hatten die Stadt Gao 2012 eingenommen. 2013 wurden sie von französischen Soldaten vertrieben, doch vereinzelte Kämpfer verüben weiterhin Anschläge in der Region, vor allem gegen UN-Blauhelme und malische Soldaten. Heute sichern französische, malische und UN-Soldaten die Stadt – darunter auch etwa 500 Soldaten der Bundeswehr.