US-Pfadfinder werden künftig Transgender-Jungen in ihre Organisation aufnehmen. Künftige Mitglieder müssen nicht mehr ihre Geburtsurkunde vorlegen, um ihr zugehöriges Geschlecht zu bestätigen. "Ab heute werden wir Heranwachsende in den Programmen für Wölflinge und Pfadfinder aufgrund der Geschlechtsidentität aufnehmen und registrieren, die im Anmeldeformular steht", hieß es in einer veröffentlichten Mitteilung der Organisation.

Damit unternimmt die Bewegung, der laut eigenen Angaben rund 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 21 Jahren angehören, einen weiteren Schritt gegen Diskriminierung. Erst vor zwei Jahren akzeptierte die über hundert Jahre alte konservative Organisation nach intensiver interner und öffentlicher Debatte homosexuelle Gruppenleiter. Mehr als 1,8 Millionen Menschen unterschrieben dafür eine Petition. 

Den Pfadfindern beitreten dürfen homosexuelle Jungen seit 2013. Die Pfadfinderinnen in den USA, die Girl Scouts, lassen bereits seit einigen Jahren Transgender zu.

Die Bezeichnung Transgender umfasst Menschen, die sich nicht oder nicht vollständig mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Um die verschiedenen Gruppen zusammenzufassen, wird manchmal als Oberbegriff einfach die Vorsilbe mit einem Stern verwendet: Trans*.