Die Bürger müssen sich auf bundesweite Warnstreiks und Protestaktionen im öffentlichen Dienst einstellen – etwa an Schulen, Unikliniken, bei Polizei oder Straßenmeistereien. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Angestellten der Länder habe keine konkreten Ergebnisse oder Angebote gebracht, hieß es von Gewerkschaftsseite. Die Beschäftigten der Länder würden nun in den nächsten Tagen und Wochen zu Warnstreiks und Protestaktionen aufgerufen. Kleinere Aktionen hatte es bereits in den vergangenen Tagen gegeben.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Gewerkschaftsforderung mit einem Gesamtvolumen von sechs Prozent Plus für viel zu hoch hält. Nach den Worten des TdL-Verhandlungsführers, Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD), mussten in der zweiten Runde zunächst die einzelnen Forderungen definiert werden, die "unter dem Dach" der sechs Prozent zusammengefasst seien. Er halte es im Übrigen für problematisch, wenn der öffentliche Dienst höhere Forderungen stelle als Industriegewerkschaften.

Es geht um die Bezahlung von rund einer Million Angestellten der Länder und um das Geld für 2,2 Millionen Beamte von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre, auf die das Ergebnis übertragen werden soll. In der Gesamtforderung stecken zahlreiche Einzelforderungen wie Verbesserungen für Beschäftigte mit Berufserfahrung, für Auszubildende oder für Sozial- und Erziehungsdienste.

Hessen ist seit 2004 nicht mehr Mitglied in der TdL. Das Land übernimmt aber in der Regel Tarifabschlüsse weitgehend.

Ein Durchbruch könnte nun die dritte Verhandlungsrunde am 16. Februar bringen.