Der Rechtspopulist und frühere FAZ-Journalist Udo Ulfkotte ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 56 Jahren an einem Herzinfarkt.

Sein Buch Gekaufte Journalisten landete 2015 auf Platz sechs der SPIEGEL-Jahresbestsellerliste Sachbuch. In dem kontrovers diskutierten Buch schrieb er, er sei während seiner Tätigkeit für die Frankfurter Allgemeine Zeitung korrumpierbar gewesen. Er arbeitete von 1986 bis 2003 für das Blatt. Auch seinen Kollegen warf Ulfkotte Bestechlichkeit vor, machte eine gefährliche Nähe zu Elitenetzwerken aus und behauptete, staatliche Stellen wie der Bundesnachrichtendienst würden die Berichterstattung diktieren.

Zuletzt publizierte Ulfkotte Bücher mit kritischen Thesen über Flüchtlinge. Anfang 2015 sprach er auch auf einer Veranstaltung des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses in Dresden, was ihm den Vorwurf des Rechtspopulismus einbrachte. Auch bei der AfD trat er als Redner auf.

Ulfkotte unterstützte auch inhaltlich die umstrittenen Thesen des früheren Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin zu Migrationsproblemen und Auswüchsen des Islams. Es würden "irrsinnige Summen für bildungsresistente und rückständige Migranten ausgegeben", sagte er 2010 der Leipziger Volkszeitung. Der Islam sei vor allem eine aggressive Ideologie, "die unter Demokraten in Europa keinen Platz haben darf".

Schon 2003 erschien zum Themenkreis Islam sein Buch Der Krieg in unseren Städten. In eine islamkritische Richtung argumentierte auch das Buch Heiliger Krieg in Europa.

Von Wissenschaftlern wurde Ulfkotte in das rechtspopulistische, islam- und ausländerfeindliche Spektrum eingeordnet. Ulfkotte engagierte sich außerdem immer wieder in rechtspopulistischen Vereinen und Initiativen.