Im Gegensatz zu ihrem Präsidenten hat die Mehrheit der Amerikaner nicht nur Verachtung für die Medien übrig, sondern bescheinigt den Journalisten der Zeitungen, Fernsehsender und Onlinemagazine in ihrem Land einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit. Dies zeigt eine landesweite Umfrage der Universität Quinnipiac, die die Stimmung der Befragten nach den ersten vier Wochen von Donald Trumps Präsidentschaft abbildet.

Die Umfrage fragte danach, wem die Befragten mehr vertrauen: Präsident Trump oder den Nachrichtenmedien. 52 Prozent der Befragten entschieden sich für die Aussage, dass Medien wahrheitsgetreu über wichtige Ereignisse berichten. 37 Prozent erwarten dies von Trump. Dessen Angriffe gegen die angeblichen Fake-News-Medien beurteilen die Wähler kritisch: 61 Prozent sind damit nicht einverstanden, 35 Prozent dagegen schon. Allerdings sind der Umfrage zufolge auch 50 Prozent der Amerikaner nicht damit einverstanden, wie Trump von den Medien behandelt wurde; 45 Prozent halten die Berichterstattung über den Präsidenten hingegen für angemessen.

Die Experten der privaten Universität Quinnipiac starteten ihre Umfrage an dem Tag, als Trump während einer Pressekonferenz im Weißen Haus die Medien erneut kritisierte. "Leider spricht ein Großteil der Medien in Washington, New York und Los Angeles nicht mit der Stimme des Volkes", sagte er dort, sprach von einer "unehrlichen Presse" und von Falschnachrichten, die über seine Regierung verbreitet würden. Einen Tag später bezeichnete er die "Fake-News-Medien" in einem Tweet als "Feinde des amerikanischen Volkes", gefolgt von einem Fragebogen der republikanischen Partei, in der die Meinung der Trump-Sympathisanten zur Medienlandschaft auf teils umstrittene Art und Weise abgefragt wird.

Die Zahlen von der Universität mit Sitz in Connecticut widersprechen einer Umfrage des US-Fernsehsenders Fox News, die bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Darin sagen 45 Prozent der Befragten, sie vertrauten darauf, dass die Trump-Regierung der Öffentlichkeit die Wahrheit sagt – nur 42 Prozent tun dies nach dieser Umfrage im Fall von Medienberichten.


Tim Malloy, der an der Quinnipiac-Erhebung beteiligt war, bleibt dennoch bei seiner Einschätzung, die auf den Zahlen seiner Hochschule basiert: "Die Medien sind – trotz der Dämonisierung durch die US-Regierung – sehr viel populärer als der Präsident". Dies zeigten auch die übrigen Bewertungen, die die Befragten in der Umfrage der Universität Quinnipiac von Trump haben. So äußerte eine Mehrheit die Auffassung, der Republikaner sei unehrlich, unvernünftig, habe keine Führungsqualitäten und teile nicht ihre moralischen Werte. "Die Popularität von Donald Trump ist im freien Fall", sagt Tim Malloy.