In Paris hat ein französischer Soldat in der Nähe des Louvre auf einen Mann geschossen, der ihn mit einer Machete angreifen wollte. Der Soldat eröffnete das Feuer auf einen bewaffneten Mann, der neben der Machete zwei Rucksäcke dabei hatte und möglicherweise ins Museum gelangen wollte. Die französische Regierung stuft die Machetenattacke als Terroranschlag ein. Es habe sich offensichtlich um einen Angriff mit "terroristischem Charakter" gehandelt, sagte Premierminister Bernard Cazeneuve.

Das Innenministerium sprach von einem "ernst zu nehmenden Zwischenfall".  Eine zweite Person sei außerdem verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung wegen Terrorverdachts eingeleitet und prüfe, inwiefern die zweite Person an dem Vorfall beteiligt sei.

Der Angreifer wurde durch die Schüsse verletzt. Der Pariser Polizeipräfekt Michel Cadot sagte, der Angreifer habe "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Die religiöse Formel wird im Islam häufig gebraucht. Sie wird allerdings auch häufig von islamistischen Attentätern gerufen, wenn sie Anschläge verüben.  

Angriff auf Soldaten in Paris

Ein Polizeivertreter sagte, der Mann habe versucht, einen weiteren Soldaten anzugreifen und in das zum Museum gehörende Geschäft zu gelangen. Cadot teilte mit, es seien insgesamt fünf Kugeln auf den Angreifer abgeschossen worden. Der Mann sei dabei schwer im Bauch verletzt worden. Auch einer der Soldaten sei bei der Attacke leicht am Kopf verletzt worden. Nachdem man den Inhalt der beiden Rucksäcke überprüft habe, sei kein Sprengstoff entdeckt worden. Das Gelände um das Museum wurde evakuiert.

Eine Louvre-Sprecherin sagte, das Museum sei vorübergehend geschlossen. Die anwesenden etwa 250 Besucher mussten im Inneren bleiben. Polizeipräfekt Cadot sagte, das Gebäude werde nach notwendigen Überprüfungen evakuiert. Die Station Palais Royal (Musée du Louvre) der Metrolinie 7 wurde aus Sicherheitsgründen ebenfalls geschlossen.

Das Innenministerium rief über Twitter während des Vorfalls dazu auf, keine Falschmeldungen zu verbreiten. Innenminister Bruno Le Roux ließ über eine Pressemitteilung mitteilen, er lobe die "Besonnenheit und Professionalität", mit der die Soldaten den Angreifer unverzüglich neutralisiert hätten, um insbesondere die Besucher des Louvre zu schützen. Präsident François Hollande teilte über Twitter mit: "Ich begrüße den Mut und die Entschlossenheit den die Soldaten heute Morgen Carrousel du Louvre gezeigt haben."

Auch die Spitzenpolitiker verschiedener Parteien reagierten auf den Angriff. Marine Le Pen, die Vorsitzende des rechtspopulistischen Front National twitterte, sie unterstütze "unsere Truppen, die in an vorderster Front gegen die islamistische Bedrohung und Barbarei stehen". Der vor wenigen Tagen gekürte Spitzenkandidat der Sozialisten Benoît Hamon teilte mit, er sei mit seinen Gedanken "bei dem attackierten und verletzten Soldaten". Der unter Untreueverdacht stehende Kandidat der Republikaner François Fillon bekundete seine "Unterstützung und Bewunderung" für die Professionalität der Sicherheitskräfte.

Seit den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015 befindet sich Frankreich im Ausnahmezustand. Mehrmals wurde der Zustand seitdem verlängert. Zuletzt wurde er wegen der Präsidentschaftswahlen im Frühjahr bis zum 15. Juli ausgeweitet. Die anhaltende Bedrohung durch den Terrorismus mache diese Entscheidung notwendig, sagte der neue Premierminister Bernard Cazeneuve.