Die irakische Armee ist im Westen Mossuls auf heftigen Widerstand durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" gestoßen. Vor allem im Stadtteil Wadi Hadschar sei es zu Gefechten gekommen, sagte Armeegeneral Thamer al-Husseini. Zuvor hatte das Militär gemeldet, in erste Wohnviertel eingedrungen zu sein.

Nach eigenen Angaben steht die Armee weniger als drei Kilometer vor der Moschee in der Altstadt. In dieser hatte IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi 2014 den islamischen Gottesstaat ausgerufen. Auch deshalb hat Westmossul eine symbolische Bedeutung für den IS. Die Gegenwehr der Islamisten sei heftig. Die Islamisten sollen Autobomben zünden und Scharfschützen sowie bewaffnete Drohnen einsetzen. Wie Generalleutnant Abdul-Wahab al-Saadi mitteilte, bewegten sich die irakischen Truppen deshalb aktuell nur langsam vorwärts.

Eng bebautes Gebiet, viele Zivilisten

Rund Tausend Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder, passierten am Samstag die Frontlinie im Südwesten der Stadt und brachten sich in Sicherheit. In den Viertel halten sich viele Zivilisten auf. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in den Gebieten westlich des Flusses Tigris etwa 750.000 Unbeteiligte leben, darunter viele Kinder. Berichten zufolge wurden sie in der Vergangenheit mehrfach als menschliche Schutzschilde vom IS benutzt.

Anfang Oktober hatten irakische Regierungskräfte mit der Offensive auf Mossul begonnen. Ende Januar konnten sie den Ostteil der Stadt einnehmen. Mossul ist eine strategisch zentrale Stellung für den IS im Irak. Vergangene Woche gelang es Streitkräften, den Flughafen der Stadt zu erobern. Sollte der "Islamische Staat" die Großstadt verlieren, wäre er militärisch weitgehend besiegt im Irak.

An der Anti-IS-Offensive sind rund 100.000 Kämpfer beteiligt, darunter irakische Soldaten, sowie schiitische und sunnitische Milizen. Sie werden von westlichen Beratern unterstützt, die Luftangriffe koordinieren.

Die Eroberung Westmossuls wird jedoch als deutlich schwieriger eingeschätzt als die des Ostteils der Stadt. Das Gebiet ist eng bebaut, was Feldgewinne erschwert, weil der IS sich besser verschanzen und Sprengstofffallen aufstellen kann. Auch der Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen gestaltet sich in den engen Gassen schwierig.