In Antwerpen hat die Polizei einen Mann festgenommen, der mit einem Wagen in eine Menschenmenge rasen wollte. Nach Angaben eines Polizeisprechers fuhr dieser mit hoher Geschwindigkeit durch die Haupteinkaufsstraße Antwerpens. Menschen hätten zur Seite springen müssen.

Wie die belgische Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden im Wagen des Mannes Waffen gefunden. Demnach seien Stichwaffen, ein Gewehr und ein Kanister mit unbekanntem Inhalt im Fahrzeug entdeckt worden.

Der Wagen hatte ein französisches Kennzeichen, teilte die Polizei mit. Der Fahrer habe eine Tarnuniform getragen. Sein Auto sei den Sicherheitskräften aufgefallen, weil es über eine rote Ampel gefahren war. Der Vorfall ereignete sich auf der bekannten Einkaufsstraße Meir.

Antwerpens Polizeichef Serge Muyters sagte, der Mann sei nach einer Verfolgungsjagd im Stadtzentrum gefasst worden. Nach Angaben von Belga war der Kampfmittelräumdienst im Einsatz. Wie mehrere belgische Medien berichteten, soll der Mann der Polizei wegen illegalen Waffenbesitzes bekannt gewesen sein. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich um einen 39-jährigen Franzosen mit nordafrikanischen Wurzeln. Der belgische Ministerpräsident Charles Michel bedankte sich auf Twitter bei den Sicherheitskräften.

Das Land hatte erst am Mittwoch mit Gedenkfeiern an die Terroranschläge vor einem Jahr erinnert. Damals hatten Selbstmordattentäter bei Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt 32 Menschen getötet. In Belgien gilt derzeit die zweithöchste Terrorstufe. Das bedeutet, dass die Behörden die terroristische Bedrohung als "ernst, möglich und wahrscheinlich" einschätzen.

Am Vortag hatte in London ein Mann mit einem Wagen einen tödlichen Anschlag auf der Westminster Bridge und vor dem Parlament verübt. Bei dem Anschlag wurden drei Menschen getötet, mehr als 40 wurden verletzt.