Bei einem Doppelanschlag in Syriens Hauptstadt Damaskus sind am Samstag nach Angaben von Aktivisten mindestens 44 Menschen getötet worden. Dutzende Menschen seien verletzt worden, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana ereigneten sich die Anschläge in der Nähe eines der ältesten Friedhöfe in der Altstadt mit Gräbern prominenter Geistlicher. Die Agentur sprach von mehreren Toten und Verletzten.

Der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle zufolge explodierte ein am Straßenrand platzierter Sprengsatz, als ein Bus vorbeifuhr. Ein Selbstmordattentäter habe sich außerdem in der Gegend Bab al-Saghir in die Luft gesprengt. Dort befänden sich mehrere schiitische Mausoleen, die Pilger aus aller Welt anzögen. Informanten in Damaskus berichteten der Deutschen Presse-Agentur, die Attentate hätten Bussen mit Besuchern aus dem Iran gegolten, die einen schiitischen Schrein besuchen wollten. 

Es handele sich um zwei gleichzeitige Selbstmordanschläge, berichtet auch der libanesische Fernsehsender Al-Manar der libanesisch-schiitischen Hisbollah-Miliz, die in Syrien an der Seite der Regierungstruppen von Machthaber Baschar al-Assad kämpft, und beruft sich auf syrische Behördenkreise. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. 

Die sunnitisch dominierte Terrormiliz "Islamischer Staat" hat immer wieder Angehörige der muslimischen Glaubensrichtung der Schiiten angegriffen. Der schiitisch geprägte Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung im Kampf gegen die Rebellen im Land. Die sunnitischen Extremisten des IS sehen Schiiten als vom rechten Glauben Abtrünnige.

Anschläge in Damaskus sind eher selten. Die Hauptstadt Syriens ist von den Truppen des Präsidenten Baschar al-Assad gut gesichert. Seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor sechs Jahren wurden mehr als 300.000 Menschen getötet, Millionen Menschen flohen.