Zwischen dem Mordfall Peggy und dem NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt gibt es nach Aussagen von Ermittlern keinen Zusammenhang. Die DNA-Spur Böhnhardts am Fundort des Leichnams des 2001 verschwundenen neunjährigen Mädchens sei eine "Trugspur" durch ein Textilteilchen gewesen, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Bayreuth mit. Damit bleibt weiter unklar, wer das Mädchen tötete.

Am 7. Mai 2001 war Peggy auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Gut 15 Jahre später, am 2. Juli 2016, fand ein Pilzsammler Teile ihres Skeletts in einem Waldstück in Thüringen – knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort, dem oberfränkischen Lichtenberg entfernt. Dort entdeckten die Ermittler DNA des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt.

Nun ist klar: Dass Böhnhardts Erbgut an den Fundort der Kinderleiche gelangte, war das Ergebnis einer Panne bei der Spurensicherung. Schon länger gab es Anhaltspunkte dafür, dass an den Ermittlungsorten in beiden Fällen von Forensikern identisches Gerät verwendet wurde. So könnte die Spur verunreinigt worden sein. Die Ermittler bestätigten das nun.

Unter Verdacht steht ein Meterstab oder Zollstock, an dem das Textilstückchen, das eindeutig die DNA Böhnhardts aufwies, geklebt haben und auf diese Weise weiter getragen worden sein könnte. Aber auch andere Werkzeuge der Spurensicherer kommen dafür in Frage – wie genau die Panne passierte, werde noch untersucht.

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Das Fundstück, an dem DNA des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt haftete, stammte nach Angaben der Staatsanwaltschaft von einem Kopfhörer des Mannes. Weder das Baumwollgewebe noch die DNA hätten aber in Qualität und Quantität einen Zeitraum von 15 Jahren überstehen können, wenn das Teilchen wirklich die ganze Zeit in dem Waldstück gelegen hätte, in dem Peggys Skelett gefunden worden.

Daher gegen die Ermittler davon aus, dass der Kopfhörer  im ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach gefunden worden war, in dem Böhnhardts Leiche entdeckt worden war. Ein Teilchen des Kopfhörers sei dann über Polizeigerät an den Fundort von Peggys Leiche überbracht worden.

Böhnhardts Mitstreiterin Beate Zschäpe hatte Anfang Dezember im NSU-Prozess über ihren Anwalt bestreiten lassen, etwas über die getötete Peggy gewusst zu haben.

Der Fall Peggy gilt als einer der mysteriösesten Kriminalfälle in Deutschland. Ein ursprünglich als Mörder des Mädchens verurteilter geistig behinderter Mann wurde in einem Wiederaufnahmeverfahren rechtskräftig von dem Tatvorwurf freigesprochen.