Bei einem Autobombenanschlag im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind wenige Tage nach Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan mehrere Menschen getötet worden. Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, es habe mindestens elf Tote und zahlreiche Verletzte gegeben. Die Behörden sprachen zuletzt von 13 Toten und 24 Verletzten.

Die sunnitische Terrorgruppe "Islamischer Staat" bekannte sich über ihr Sprachrohr Amak zu dem Anschlag auf Schiiten, wie die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group mitteilte.

Die Autobombe explodierte dem Al-Arabija-Bericht zufolge im belebten Einkaufsviertel Karrada. Demnach riegelten Sicherheitskräfte den Anschlagsort und umliegende Straßen ab. Fotos und Videoaufnahmen auf der Internetseite des Senders zeigten brennende Gebäude, zerfetzte Restaurantmöbel und mit Trümmern übersäte Straßen.

Der US-Sonderbeauftragte für die Koordination der internationalen Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, kritisierte die Tat scharf. "IS-Terroristen haben heute Abend in Bagdad Kinder und Familien angegriffen, die in einer Eisdiele zusammen Spaß hatten", teilte er über Twitter mit.

Viele ähnliche Angriffe in Bagdad

In den vergangenen Monaten hatte der IS wiederholt Ziele in Bagdad angegriffen, zuletzt vor zwei Wochen. Er ist unter anderem für den folgenschwersten Anschlag seit Jahren im Irak verantwortlich, bei dem ein Selbstmordattentäter im Juli 2016 – ebenfalls in Karrada – mehr als 320 Menschen tötete. Auch dieser Anschlag galt Schiiten; er ereignete sich auf einem bei jungen Menschen und Familien beliebten Markt.

Der für Hunderte Millionen Muslime weltweit geltende Fastenmonat hatte am Wochenende begonnen und dauert bis Ende Juni. Mit Beginn des Ramadans wächst die Sorge vor neuen islamistisch motivierten Anschlägen. Im vergangenen Jahr hatte der IS mit einer Terrorserie in mehreren Ländern für Schrecken gesorgt.