"Der Beschuss erfolgte unmittelbar bevor die Familien zum Fastenbrechen im Ramadan zusammenkamen", sagte der Leiter der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdul Rahman. Die Extremisten beschossen demnach den von Regierungstruppen kontrollierten Stadtteil Al-Dschura der Großstadt Deir ez-Zor im Osten Syriens. Unter den Toten seien auch drei Kinder, sagte Rahman.

Ein in Deir ez-Zor ansässiger Aktivist berichtete von Mörserbeschuss durch die IS-Kämpfer. Mehr als 40 Menschen seien verletzt worden, darunter auch Frauen und Kinder. "Einige von ihnen schweben in Lebensgefahr, aber die Gesundheitsversorgung in der Gegend verschlechtert sich wegen Mangels an Ärzten, Medikamenten und Ausrüstung", sagte er der Nachrichtenagentur Agence France-Presse. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Das Welternährungsprogramm wirft seit April 2016 Hilfspakete über der Stadt ab. Auch Flugzeuge der russischen und syrischen Regierung versorgen die Bevölkerung aus der Luft. Im Syrienkrieg, der sich 2011 aus friedlichen Demonstrationen im Rahmen des Arabischen Frühlings entwickelte, sind laut einer Studie der Nichtregierungsorganisation SCPR bislang 470.000 Menschen getötet worden, 45 Prozent der Bevölkerung wurde vertrieben.