Die brandenburgische Polizei hat in der Uckermark einen 17-jährigen syrischen Terrorverdächtigen festgenommen. Er soll einen Selbstmordanschlag in Berlin geplant haben, teilte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) mit.

Es bestand laut Bundesinnenministerium jedoch keine unmittelbare Anschlagsgefahr. Derzeit lägen dem Ministerium "keine Anhaltspunkte dafür vor, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstand", sagte eine Sprecherin. Die Behörden hätten schnell und frühzeitig reagiert.

Der Verdächtige wurde in einer Unterkunft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Gerswalde durch ein Sondereinsatzkommando festgenommen. Die Polizei durchsuchte das Wohnheim, drei Handys und ein Tablet-Computer wurden beschlagnahmt. Sprengstoff oder Hinweise auf den "Islamischen Staat", Hetzschriften oder Anleitungen zum Bombenbau wurden laut Polizei bisher nicht gefunden. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Unterkunft war der Jugendliche unauffällig.

Auf die Spur des Verdächtigen sei man durch Hinweise aus anderen Bundesländern gekommen, sagte Landesinnenminister Schröter. Der Syrer habe sich eindeutig über einen geplanten Anschlag geäußert. Demnach soll sich der Jugendliche in einer WhatsApp-Nachricht von seiner Mutter verabschiedet haben und in den Dschihad eingetreten sein.

Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Verdächtige 2015 unerlaubt nach Deutschland eingereist, berichtet die Bild-Zeitung. Er sei als Asylbewerber registriert und seit 2016 in dem Heim in der Uckermark untergebracht gewesen. Polizeilich sei er seither nicht in Erscheinung getreten.