An der Totenmesse für Altkanzler Helmut Kohl werden aus Sicherheitsgründen nur geladene Gäste teilnehmen dürfen. Laut einem Programmauszug, den das Bundesinnenministerium veröffentlicht hat, sollen sich die Trauerfeierlichkeiten am 1. Juli insgesamt über zehn Stunden erstrecken und in Straßburg und Speyer stattfinden. Die Bild am Sonntag hatte vergangene Woche berichtet, die Totenmesse würde öffentlich zugänglich sein.

Am Mittag ist ein europäischer Trauerakt im EU-Parlament in Straßburg geplant. Danach soll der Leichnam Kohls mit einem Hubschrauber nach Ludwigshafen geflogen und weiter nach Speyer gebracht werden. Am Abend soll die Totenmesse im Dom zu Speyer beginnen. Im Domgarten soll ein Großbildschirm aufgestellt werden, der die Messe überträgt. Auch im Fernsehen wird die Veranstaltung zu sehen sein.

Nach der Messe wird es zunächst ein militärisches Abschiedszeremoniell geben, dann die Beisetzung im Familien- und Freundeskreis. Die Totenmesse für Kohls Ehefrau Hannelore wurde vor 16 Jahren ebenfalls im Speyerer Dom gehalten. Damals kamen etwa 1.500 Trauergäste, Schaulustige und Journalisten.

Der Sohn von Helmut Kohl, Walter Kohl, hatte in einem ZEIT-Interview die Pläne für das Begräbnis seines Vaters kritisiert. Er hatte vorgeschlagen, nach dem europäischen Trauerakt in Straßburg eine deutsche Verabschiedung in Berlin abzuhalten. Diese solle aus drei Elementen bestehen: einem Staatsakt, bei dem sich Deutschland verabschiedet, einem ökumenischen Requiem, das die Konfessionen vereint, und schließlich militärischen Ehren, dem großen Zapfenstreich, sagte Kohl der ZEIT.

An dem Begräbnis wolle er nicht teilnehmen. Mit der Entscheidung für ein Begräbnis in Speyer solle das politische Lebenswerk seines Vaters von seiner ersten Frau Hannelore getrennt werden, kritisierte Walter Kohl. Hannelore Kohl, die sich 2001 das Leben genommen hatte, ist seine Mutter. Sie ist in Ludwigshafen begraben.

"Er selbst hat immer betont, dass sein Lebenswerk ohne seine Frau Hannelore nicht möglich gewesen wäre. Deshalb finde ich es richtig, wenn er neben ihr seine letzte Ruhe findet", sagte Walter Kohl der ZEIT. "Für mich ist klar: Hannelore Kohl darf nicht einfach weggekürzt werden."