Ein starkes Seebeben hat die Westküste der Türkei und die griechischen Inseln in der Ägäis erschüttert. Auf Lesbos richtete das Beben Schäden an, nach Angaben des Rettungsdienstes wurde eine Frau getötet. Mindestens zehn Menschen sollen verletzt worden sein. In der Region der Ortschaft Plomari im Süden der Insel wurde nach Angaben von Vize-Bürgermeister Manolis Armenakas der Glockenturm einer Kirche schwer beschädigt. Die Mauern mehrerer Häuser rissen. Zudem gab es Erdrutsche, die zum Teil Straßen versperrten.

Nach Angaben des Erdbeben-Monitors des Helmholtz-Zentrums in Potsdam hatte das Beben eine Stärke von 6,3. Das Zentrum lag in der Ägäis zwischen Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir. Die Stöße waren noch in dem rund 330 Kilometer entfernten Istanbul und im etwa 300 Kilometer entfernten Athen zu spüren. 

Der Seismologie Marco Bohnhoff vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam sagte, es habe sich um ein sogenanntes Dehnungsbeben gehandelt, bei dem sich die obere Erdplatte in diesem Fall in Richtung Nord-Süd ausgedehnt habe. Das Epizentrum habe in zehn Kilometern Tiefe gelegen. Ein Beben in dieser Tiefe werde auch in mehreren hundert Kilometern Entfernung gespürt. Man müsse mit Nachbeben rechnen. Beben dieser Art würden in dieser Gegend etwa zweimal im Jahr registriert.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.