Im vergangenen Jahr sind in Europa 135 Menschen durch islamistischen Terror getötet worden. Da geht aus dem aktuellen Terrorismusbericht der europäischen Polizeibehörde Europol hervor. Europa habe nach 2015 erneut eine "beispiellose Form von dschihadistischem Terror" erlebt, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright. 

Insgesamt wurden 2016 dem Bericht zufolge in Europa 13 Anschläge von Islamisten verübt. Bei sechs dieser Attacken sei ein direkter Bezug zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgestellt worden, hieß es.

Ermittler nahmen im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von rund 700 Verdächtigen fest. Vor allem von Einzeltätern wie etwa aus Syrien heimkehrenden IS-Kämpfern drohe weiterhin die Gefahr eines Anschlags, warnte Europol. Zunehmend würden auch Jugendliche und Frauen bei Anschlägen eingesetzt. Islamistische Gruppen wie der IS seien im Internet sehr erfolgreich und nutzten soziale Netzwerke "optimal" für Propaganda und Rekrutierung.

Viele Attacken durch Nationalisten und Separatisten

Insgesamt wurden 2016 in Europa 142 Terroranschläge registriert, zu denen Europol auch vereitelte Taten zählt. In den meisten Fällen waren nationalistische und separatistische Gruppierungen für die Attacken verantwortlich, etwa in Nordirland.

Der Europol-Bericht zählt insgesamt 142 Tote durch Terrorismus. Zu den sieben Toten, die nicht durch islamistischen Terror starben, wird etwa der deutsche Polizist gezählt, den in Bayern ein rechtsextremer Reichsbürger erschoss, und ein Gefängniswärter, der bei einem Sprengstoffanschlag in Nordirland starb.