Gut zwei Wochen nach dem Terroranschlag in Manchester und wenige Tage nach dem Anschlag in London hat die Polizei in Großbritannien und Irland weitere Verdächtige festgenommen. Wie britische und irische Polizeibehörden mitteilten, seien ein Mann am Londoner Flughafen Heathrow und ein weiterer Verdächtiger in der Grafschaft Wexford südlich der irischen Hauptstadt Dublin verhaftet worden.

Bei der Festnahme in Heathrow handelt es sich der britischen Polizei zufolge um einen 38-Jährigen. Er wurde im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Manchester festgenommen. Die Festnahme sei im Vorfeld geplant gewesen, weshalb keine direkte Gefahr für den Flughafen bestanden habe. Angaben dazu, ob der Verdächtige möglicherweise im Rahmen einer Auslieferung in Heathrow war, machte die Polizei nicht.

Der in Irland festgesetzte Mann werde zu Kontakten zu einem der drei Angreifer des Anschlags an der London Bridge befragt, teilte die irische Polizei mit.

May kündigt Einschränkung der Bewegungsfreiheit an

Die britische Premierministerin, Theresa May, hat unterdessen ein härteres Vorgehen gegenüber Gefährdern angekündigt. Die Behörden müssten in der Lage sein, schärfer gegen Bedrohungen vorgehen zu können, sagte May in einer ihrer letzten Reden vor der Parlamentswahl am 8. Juni. Dazu gehöre auch, die Bewegungsfreiheit von Verdächtigen einzuschränken, wenn die Behörden genug Hinweise auf eine Bedrohung hätten, diese jedoch nicht für eine strafrechtliche Verfolgung ausreichten. "Wenn uns unsere Menschenrechtsgesetze daran hindern, werden wir die Gesetze dahingehend ändern, dass wir das tun können", sagte die Regierungschefin.

Der britischen Zeitung Sun sagte May zudem, sie erwäge, den Zeitraum, für den Verdächtige für eine Befragung festgehalten werden dürfen, von 14 auf 28 Tage zu verlängern.

Bei dem Anschlag durch den Selbstmordattentäter Salman Abedi bei einem Konzert der US-amerikanischen Popsängerin Ariana Grande am 22. Mai in Manchester waren 22 Menschen getötet worden, darunter Kinder. Mehr als Hundert Menschen wurden verletzt. Insgesamt 19 Menschen wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen, zwölf wurden inzwischen wieder freigelassen. In Libyen sitzen außerdem Abedis Vater und Bruder in Haft.

Bei dem Anschlag in London am vergangenen Samstag waren sieben Menschen getötet und 48 verletzt worden. Die drei mutmaßliche Attentäter, Khuram Shazad Butt, Rachid Redouane und Youssef Zaghba, waren auf der London Bridge mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. Anschließend griffen sie im angrenzenden Borough Market Menschen mit Messern an. Sie wurden von der Polizei getötet.