Das Foto von Altkanzler Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform ist wieder aufgehängt worden. Das hat ein Sprecher der Bundeswehr-Universität Hamburg bestätigt. Die Universität hatte es Mitte Mai entfernt und damit eine öffentliche Diskussion ausgelöst.

Im Zuge der Affäre um den mutmaßlich rechtsextremen Oberleutnant Franco A., der auch unter Terrorverdacht steht, hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Kasernen nach Andenken an die Wehrmacht durchsuchen lassen. In diesem Zusammenhang ließ die Bundeswehr-Universität das Bild des 2015 gestorbenen SPD-Politikers entfernen. Daraufhin hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, das Foto hätte nicht unbedingt abgehängt werden müssen.

Laut dem Sprecher wurde das Bild von den Studenten im selben Flur des Wohnheims der Universität angebracht. Jetzt hängt es an einer Wand gegenüber der ursprünglichen Stelle. Das Foto ist nun mit der Erläuterung versehen, dass Schmidt bereits als junger Reserveoffizier durch kritische Bemerkungen zur NS-Führung auffiel.

Neben dem Foto hängen jetzt auch Auszüge einer Rede Schmidts anlässlich des feierlichen Gelöbnisses 2008 vor dem Reichstag. Damals hatte sich der Altkanzler kritisch zu seiner Erfahrung als Soldat in der NS-Zeit geäußert. Außerdem wurde laut dem Sprecher der Universität ein weiteres Foto aufgehängt, das Schmidt in seinem Arbeitszimmer zeigt. Damit entspreche die Darstellung jetzt den Bestimmungen des Traditionserlasses der Bundeswehr, sagte der Sprecher.

Der SPD-Politiker Schmidt war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschlands. Der Ehrenbürger der Hansestadt Hamburg und frühere Herausgeber der ZEIT kämpfte während des Zweiten Weltkriegs an der Ostfront in einer Panzerdivision der Wehrmacht, war dann als Referent für Ausbildungsvorschriften dem Oberkommando der Luftwaffe zugeteilt und als Oberleutnant und Batteriechef an der Westfront eingesetzt.