Nach dem Brand des Grenfell Tower im Londoner Stadtteil Kensington ist die Zahl der Toten auf 30 gestiegen. 24 Menschen würden noch in Krankenhäusern behandelt, zwölf von ihnen lägen auf der Intensivstation, teilte die Polizei mit. Die Rettungskräfte gehen davon aus, dass die Zahl der Toten weiter steigen wird, weil noch viele Menschen vermisst werden. Die Behörde rechnet mit mehr als 60 Opfern, wollte aber auch eine dreistellige Zahl nicht ausschließen.

Ermittlern zufolge gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Die Behörden prüfen demnach aber, ob es vor der Katastrophe strafrechtliche Vergehen gab. Die Feuerwehr blieb auch zwei Tage nach dem Brand im Einsatz. Das Feuer im Grenfell Tower ist Augenzeugenberichten zufolge noch nicht vollständig gelöscht. Rettungsteams suchten mit Drohnen und Spürhunden nach weiteren Opfern.

Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch ausgebrochen. Die Behörden vermuten, dass sich rund 600 Menschen zu dem Zeitpunkt in dem Hochhaus aufhielten.

Alle Bewohner des Hochhauses sollen bis zum Wochenende eine neue Wohnung erhalten, sagte Megan Hession von der Bezirksverwaltung in Kensington und Chelsea. Zahlreiche Menschen hatten die Nacht in Turnhallen und Hotels verbracht.

Königin Elizabeth II und Prinz William trafen am Freitag Betroffene und Helfer. Die Queen und ihr Enkel besuchten eine Notunterkunft in einem Fitnesscenter im Stadtteil Kensington in der Nähe des Brandorts. Schon zuvor hatte die Monarchin den Mut der Feuerwehrleute und die "unglaubliche Großzügigkeit" der freiwilligen Helfer gewürdigt.